Julietta & Juliana

Nachdem wir von Julietta und Julianas Schicksal hörten, dass dieses zusammengeschweißte Mutter-Tochter-Team bereits seit 10 Jahren in einem Tierheim auf ein Zuhause wartet, entschieden wir spontan, die Zwei aufzunehmen und in einer unserer erfahrenen Pflegestellen unter zu bringen. Inzwischen haben die beiden ihre Pflegestelle zur Dauerpflegestelle "umfunktioniert" - das bedeutet: Julietta und Juliana müssen nicht noch einmal umziehen, was für beide Hunde einfach die perfekte Lösung ist, haben sie doch hier das richtige Plätzchen gefunden.

Julietta ist eine kleine Huskyhündin im Alter von etwa 13 Jahren und sie hat bei der Verteidigung ihrer Welpen, die man erschlagen wollte, ein Auge einbüßen müssen. Dazu kommt, dass das jahrelange Liegen auf ungepolstertem Betonboden merkliche Spuren an ihrem Skelettsystem hinterlassen hat. Eine röntgenologische Untersuchung ergab, dass  ihre Wirbelsäule vom 3. Brustwirbel bis hin zum Kreuzbein durchgehend aufgrund von Spondylosen versteift ist. Zudem ist ihr linker Oberschenkel lediglich bis 135 Grad streckbar (Norm 180 Grad).  Vermutliche Ursache ist, dass sich die Sehnen der linken Hinterpfote - aufgrund mangelnder regelmäßiger Bewegung - verkürzt haben. Dies äußert sich dadurch, dass Julietta diese Pfote regelmäßig in Schonhaltung hält, was sich auf Spaziergängen auch in Dreibeinlaufen äußert. Diese Tatsache hält Julietta aber nicht davon ab, eine Hunderunde mit zu machen. Juliettas Tagesform ist jedoch wechselnd und so muss ihre Medikation betreffend der  Gelenkproblematik immer wieder aktuell (z.B. nach Wetterlage) überdacht und angepasst werden. Regelmäßig braucht sie derzeit  neben wöchentlichen Arthrosespritzen auch gute Ernährung, spezielle Futterzusätze und wechselnde homöopatische Tabletten. So eingestellt kann man unterwegs auf Spaziergängen, wenn sie sich mal vertreten hat, mit physiotherapeutischen Maßnahmen ihr zur Entspannung verhelfen. Auch ihr Gebiss war bei Ankunft in desolatem Zustand. So mußte man nicht schauen, wo sie sich im Haus aufhielt, man hat es gerochen... Nach der ersten Grundsanierung beim Tierarzt kam eine massive Parodontitis zum Vorschein, welche ein mehrwöchige Antibiotikabehandlung nötig machte. Bleibende regelmäßige tierärztliche Zahnreinigungen werden auch in Zukunft nötig sein, da sich ihr Zahnfleisch bereits irreparabel zurückgebildet hatte. Ebenso neigt Julietta aufgrund eines verknorpelten Innenohres zu immer wiederkehrenden Ohrentzündungen.

Juliana ist Juliettas Tochter und es ist verständlich, dass sie aufgrund der gemeinsamen Vorgeschichte nicht ohne ihre Mutter sein kann. Körperlich ist Juliana trotz ihrer geschätzen 12 Jahre fit, ihre Wunden sind seelischer Natur. So ist seit der Abklärung von organischen Befunden eindeutig klar, dass die gelegentliche  Unsauberkeit ihre Ursache in der Unsicherheit gegenüber Menschen hat. Wer mag ihr dies verdenken? Hat Juliana doch bereits seit Welpenzeit im Tierheim gelebt und somit nichts kennengelernt. Inzwischen hat Juliana  (u.a. auch mit begleitender Bachblütentherapie) einiges in der Pflegestelle gelernt und  mit sehr viel Mühe, wenig Erwartungshaltung und in kleinen Schritten eine enge Bindung zu einer Bezugsperson aufgebaut. Restlichen Familienmitgliedern steht sie immer noch skeptisch bis "geht gar nicht" gegenüber. Bei diesen und bei fremden Besuchspersonen macht Juliana sich u.U. schlicht und ergreifend unsichtbar oder reagiert mit panischen bellenden Fluchtattacken in ihre Höhle.

Julianas Lernprogramm beinhaltet daher normale Dinge wie z.B. Autofahren, auf welches sie ihrer Meinung nach gänzlich verzichten kann und was sie leider immer noch als großen Streß empfindet.

Von einem "normalen" Leben sind beide also schon ein ganzes Stück weit entfernt und wir sind sehr froh, dass die Zwei eine verständnisvolle und ausgesprochen geduldige Dauerpflegestelle gefunden haben, wo die Beiden ein Zhause gefunden haben und wo man sich so gut um sie kümmert. Verglichen mit dem Zustand bei ihrer Ankunft haben Julietta und Juliana riesige Fortschritte gemacht und können wieder ein lebenwertes Leben führen. Aus diesem Grund suchen wir Paten für das unerschütterliche Duo mit der schrecklichen Vorgeschichte, die uns dabei helfen, die laufenden Kosten für die beiden liebenswerten Polarhunde zu tragen und die sich ein Stück weit daran beteiligen möchten, Julietta und Juliana auf ihrem Weg zu begleiten.

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